Geboren wurde ich 1967, als Größen wie James Last und Hugo Strasser, mit ihren großen Orchestern, im Radio und Fernsehen rauf und runter liefen.
Ohne Frage hat mich diese Musik, die natürlich auch in meinem Elternhaus in Hildesheim lief, stark geprägt und angezogen.
Schon mit vier Jahren merkte ich, dass mich Musik magisch anzog. Auf einem kleinen Plastikflügel begann ich zuhause erste Melodien zu spielen. Was war die Trauer groß, als das liebgewonnene Instrument eines Tages kaputtging?!
Zum Glück war ich da schon in der Grundschule und hatte einen Klassenkameraden, der eine elektronische Orgel besaß. Die faszinierte mich noch viel mehr als der kleine Flügel, denn mit einem solchen Instrument konnte man ganz alleine ein komplettes Orchester zum Klingen bringen!
Wie es der Zufall dann wollte, lag auf meinem Schulweg ein Musikhaus. Ich drückte mir tagelang die Nase an der Schaufensterscheibe platt und betrachtete staunend die vielen Instrumente. Bis mich eines Tages der Besitzer zu sich einlud. Eigentlich wollte er mir nur ein paar Grundlagen beibringen, doch als ich innerhalb von drei Monaten schon vier Orgelschulbände durchgespielt hatte, rief er irgendwann bei meinen Eltern an. Er sorgte dafür, dass ich im Alter von sieben Jahren Orgel- und Klavierunterricht bekam und kurz darauf schenkten mir meine Eltern meine erste eigene Orgel. Ein Traum!
Mit 16 war die elektronische Orgel dann leider keine große Herausforderung mehr und mein damaliger Mentor brachte mich dazu, Kirchenorgel zu spielen.
1982 durfte ich schließlich an einem internationalen Orgelwettbewerb teilnehmen und belegte stolz Platz 3.
Nach und nach übernahm ich immer mehr Aufgaben im Musikbereich, teils auch sehr unterschiedliche.
Ich wurde zum Beispiel Chorleiter von mehreren Chören und werde die Zeit sicher nie vergessen, als ich mit einem 120-köpfigen Chor mit angeschlossenem Akkordeonorchester durch ganz Deutschland reiste.
Außerdem war ich lange Zeit Repetitor am Klavier für Chöre und Solisten und verdiente mir ein wenig Geld als Studiomusiker dazu, indem ich Künstler begleitete oder Playbacks für TV-Sendungen einspielte.
Sogar für Modenschauen bekannter Designer wurde ich gebucht und absolvierte Wochenende für Wochenende Auftritte im Bereich Tanzmusik, entweder mit einer Band oder alleine.
Ich fing auch tatsächlich eine Ausbildung im Musikbereich an, konnte sie aber wegen der Insolvenz der Firma nicht beenden. Das war ein ziemlicher Schlag, weil ich mich beruflich leider komplett umorientieren musste. Und ein zusätzliches Problem tauchte auf: Live-Tanzmusik wurde immer weniger nachgefragt – die DJs übernahmen die Unterhaltung auf den meisten Veranstaltungen.
So trat die Musik etwas in den Hintergrund, aber sie ganz aufzugeben kam nicht infrage.
Im Alter von 40 Jahren entschied ich mich noch einmal für ein Studium an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und wandte mich nun mehr der Kirchenmusik zu. Und wenn man schon einmal in der Nähe von Köln wohnt, liegt es doch nahe, sich einer Karnevalsband anzuschließen. Drei Jahre war ich Keyboarder von Tacheles.
Endlich bekam die Musik wieder mehr Platz in meinem Leben.
2019 lernte ich dann über die Arbeit in einem Chor eine Textdichterin kennen. Wir erkannten beide schnell, dass sich unsere Arbeiten hervorragend ergänzten und schrieben die ersten Songs zusammen. Keine vier Jahre später landete einer davon in der DJ-Hitparade Austria und gemeinsam bekamen wir 2024 den Deutschen Rock & Pop Preis in gleich zwei Kategorien.
Aktuell liegt mein Fokus wieder mehr auf der Arbeit an meiner Orgel und es sind gleich mehrere Projekte in der Vorbereitung. Aber auch dem Songwriting werde ich treu bleiben. Denn die Musik ist und bleibt mein Leben!